Erika Pahl - Pflege- und SeniorenZentren
Ambulante Pflege - Tagespflege - Seniorenpflegeeinrichtungen

Pflegegrade statt Pflegestufen 

Mehr Leistungen, aber kein zusätzlicher Aufwand

Quelle: www.bmgs.de

Wer bereits Leistungen der Pflegeversicherung bezieht, gelangt ohne weiteren Antrag und ohne weitere Begutachtung aus der bisherigen Pflegestufe in den neuen Pflegegrad.

Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen gilt dabei die Grundregel „+1“. Sie gelangen beispielsweise von der Pflegestufe 1 in den Pflegegrad 2. Für Pflegebedürftige mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz gilt sogar „+2“. Pflegebedürftige werden automatisch durch die jeweilige Pflegekasse über den neuen Pflegegrad und die neuen Leistungsbeträge informiert.

Alle, die bereits Leistungen von der Pflegeversicherung erhalten, bekommen diese weiterhin mindestens im gleichen Umfang, die allermeisten sogar deutlich mehr. Bei Pflegebedürftigen in vollstationärer Pflege ab Pflegegrad 2 wird sich der von ihnen zu tragende Eigenanteil bei einer Höherstufung nicht erhöhen. Die Regelung gilt auch dann, wenn jemand einen Antrag auf Höherstufung gestellt hat.

Mit den neuen Pflegegraden wird eine differenziertere Betrachtung und Wiedergabe der individuellen Beeinträchtigungen möglich.

Pflegeminuten spielen in der neuen Begutachtung keine Rolle mehr, denn die neuen Pflegegrade orientieren sich am Grad der Selbstständigkeit.

Der neue Pflegegrad 1

Der Pflegegrad 1 ist nicht identisch mit Leistungen für Versicherte ohne Pflegestufe aber mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz. Bestandskunden werden nicht in Pflegegrad 1 übergeleitet, sondern mindestens in Pflegegrad 2.

Bei Pflegegrad 1 ist nach Auffassung des Gesetzgebers der Pflege – und Unterstützungsaufwand noch so gering, dass dieser Leistungsrahmen ausreichend ist. Die Leistungen sollen eher einen präventiven Charakter haben. Wesentliche Leistungen sind:

  • 125€ Zuschuss; analog zur ambulanten Versorgung erhalten Pflegebedürftige einen maximalen Zuschuss  sowie das Recht auf zusätzliche Betreuungsangebote und Aktivierung nach §45b. Der Entlastungsbetrag in Höhe von 125€ kann nur bei zugelassenen Anbietern nach §45b „eingelöst“ werden. Eine Auszahlung ist nicht möglich.
  • Beratungsbesuche nach §37 (3) können freiwillig in Anspruch genommen werden. Der Gesetzgeber ermöglicht, dass auch bei Sachleistungsbezug Beratungsbesuche durchgeführt werden können. Der Fokus liegt hier auf die Beratung und Unterstützung der Pflegeperson. Die Beratung ist freiwillig und kann 2-mal jährlich abgerufen werden.
  • Versorgung mit Pflegehilfsmitteln: Monatlich steht ein Betrag in Höhe von 40€ für Pflegehilfsmittel zur Verfügung.
  • Finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen oder gemeinsamen Wohnumfeldes
  • Pflegekurse für pflegende Angehörige
  • Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege oder Sachleistungsbezüge.